Tine Experte


Dabei seit: 28.01.2004 Beiträge: 1405 Themen: 128
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Verfasst: 07.12.2005 7:30 am Titel: EMA |
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Originally posted by khiekel
Hallo,
ich habe eine Anfrage über mein Forum bekommen, wie man einem EMA-kranken Vogel helfen kann bzw. sein Leiden lindern kann.
Wie sind eure Erfahrungen mit EMA? |
_________________ Viele Grüße
Tine
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Tine Experte


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Verfasst: 07.12.2005 7:30 am Titel: |
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Originally posted by Anne Pohl
Ziemlich schlecht. Das scheint mir fast sowas wie ne Autoimmunerkrankung zu sein, die ursächlich auch mit Streß zusammenhängt. Und wenn ein Vogel gestreßt ist, ist das schon mal schlecht.
Wichtig ist, Sekundärinfektionen im Zaum zu halten, aber darüber hinaus würde ich mich mit Medikationen, bei denen man den Vogel ständig greifen muss, eher zurückhalten - jedenfalls, wenn er das nicht gewohnt ist. Martina oder Doris kennen aber sicher Globuli, die man übers Trinkwasser verabreichen kann. Ich habe es neulich mit Sulphur versucht, das war aber schon zu spät. Darüber hinaus habe ich die wunden Stellen mit Aloe Vera eingerieben, und das war glaube ich ein Fehler, im Nachhinein betrachtet. Denn das hat den Wellensittich so gestreßt, dass er erst recht den Löffel abgegeben hat.
Es gibt das Thema EMA auch bei www.birds-online.de von Gaby Schulemann, das ist sicher nicht alles wellensittichspezifisch, sondern auch allgemein für EMA-Betroffene interessant.
Gruß,
Anne |
_________________ Viele Grüße
Tine
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Verfasst: 07.12.2005 7:31 am Titel: |
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Originally posted by khiekel
Hi Anne,
danke schonmal, ich habe ihm bereits das Spray von Aloe empfohlen, das ist vielleicht nicht so stressig wie eine Salbe. Werde auf jeden Fall die Informationen weiterleiten! |
_________________ Viele Grüße
Tine
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Verfasst: 07.12.2005 7:31 am Titel: |
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Originally posted by TineBiene
Hi Katja,
über die EMA-Anfrage bei Dir im Forum brüte ich schon seit gestern .
In einem ähnlichen Thread bei der APN kam folgendes Statement von einem Tier-Heilpraktiker:
"das EMA-Syndrom (meist allerdings Unterflügelekzem!) ist in seiner Pathogenese noch nicht vollständig geklärt. Meistens findet man (vordergründig) eine Staphylokokken-Dermatitis oder eine bakteriell-mykotische Mischinfektion. Laß unbedingt eine Erregeranzucht und einen einen Resistenztest machen, da z.B. Staphylokokkus aureus oft multiresistent ist. Im übrigen sind die Infektionen Sekundärinfektionen und vermutlich nicht die eigentliche Ursache des EMA-Syndroms; man beobachtet extrem viele Rezidive nach zunächst erfolgreichem Abschluß der Antibiose. In der Fachliteratur werden psychische Ursachen diskutiert. Bitte prüfe mal genau, ob und ggf. auf was der Vogel Streß haben könnte oder was sonst Grund für eine Immunsuppression sein könnte. Was hat sich vor ca. 2 Wochen verändert?
Ich würde dringend zu einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung raten.
Zu der Ringelblumen-Salbe: Calendula (Ringelblume) ist ein ausgezeichneter Wirkstoff, allerdings wäre ich mit Salbe überall da vorsichtig, wo sich noch Federn befinden. Salben verkleben das Gefieder und beeinträchtigen die Thermoregulation. Auch wenn an der blutig gebissenen Stelle selbst die Federn weg sind, mußt Du bedenken, daß der Vogel sich putzt und die Salbe im restlichen Gefieder verteilt, wenn er keinen Kragen bekommt - was allerdings wegen der damit verbundenen psychischen Traumatisierung auch nur ultima ratio ist.
Bewährt hat sich, mehrmals täglich mit folgender Mischung zu pinseln: 1 Teil Calendula-Urtinktur, 1 Teil Propolis-Urtinktur, 8 Teile aqua purificata.
Der Juckreiz kann in der Tat auch von der Leber kommen. Es müßte ein Blutbild gemacht und die relevanten Leber- und Nierenparameter bestimmt werden. Wenn eines dieser Entgiftungsorgane, insbesondere die Leber, schlappmacht, versucht der Körper, über die Haut zu entgiften, was zu verstärktem Juckreiz führen kann. Was hat der TA denn für Lebermedikamente verordnet? Wie ist überhaupt die ganze Therapie, und was für Untersuchungen sind gemacht worden? Welche objektivierbaren Befunde liegen vor?"
Quelle: http://www.papageientreff.org/showthread.php?t=8163
Die Aussage zum Salben kann ich bestätigen, zum einen wegen des Stress des Greifens (wie Anne auch zutreffend schrieb), zum anderen weil dann verstärkt an dem verklebten Gefieder herumgezuppelt wurde.
Ob ein Halskragen aus Rohriso sinnvoll ist, hängt u.a. davon ab, an welcher Stelle der Aga beißt: bei Schulter und Nacken würde ein Halskragen genau in dieser Region aufliegen und zusätzlich schubbern. Möglich wäre ein Halskragen, wenn das Vögelchen unter dem/den Flügeln beißt.
Grundsätzliche Frage zu EMA:
Lässt sich bei EMA eine geschlechtsspeziefische Häufung feststellen ? |
_________________ Viele Grüße
Tine
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Verfasst: 07.12.2005 7:31 am Titel: |
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Originally posted by TineBiene
Nachtrag zu Katjas Anfrage:
So wie ich das Post gelesen habe, lebt das Rosenköpfchen alleine bzw. mit einem Welli zusammen - auch hier sollte m.E. nachgehakt werden. |
_________________ Viele Grüße
Tine
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Verfasst: 07.12.2005 7:32 am Titel: |
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Originally posted by AnetteTimm
Hallo Katja,
ich habe auch einen EMA Aga (Max) bei mir. Max beißt sich unter einem Flügel blutig. War auch schon mit ihm bei Dr. Pieper. Es wurde eine mikrobiologische Untersuchung gemacht. Natürlich waren sehr viele Bakterien und Pilzansammlungen an der Wunde. Max hat einen Kragen bekommen und für 10 Tage AB. Ich habe den Kragen 3 Monate drumgelassen ( nach Anraten v. Dr. Pieper) bis wirklich alles verheilt war. Zusätzlich musste er jeden Tag Salbe auf die wunde Stelle bekommen.
Nachdem nun alles verheilt war ,habe ich ihm den Kragen wieder abgemacht. Nach einer Woche ging das selbe Spiel wieder von vorne los. Das geht jetzt fast schon ein Jahr so.
Ich weiß auch nicht mehr, was ich machen soll. Ich kann ihn doch nicht immer nur mit Kragen leben lassen !!!!!
Max lebt mit anderen Agas in einem Schwarm und er hat auch eine Henne.
Es kommt bei mir immer mehr der Gedanke, ob ich ihn erlösen soll, aber er ist doch sonst noch total fit und erst 3 Jahre alt.
Es ist verflixt nochmal eine ...........
Viele ratlose Grüße
Annette |
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Verfasst: 07.12.2005 7:33 am Titel: |
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So wie ich das Post gelesen habe, lebt das Rosenköpfchen alleine bzw. mit einem Welli zusammen - auch hier sollte m.E. nachgehakt werden.
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Originally posted by khiekel
Das hab ich doch glatt überlesen :suprise: Werde da nochmal nachhaken. Kann EMA nachgewiesen werden? Vielleicht ist es auch ein Rupfer der schon anfängt sich zu zerbeissen aus Frust :confused: |
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Verfasst: 07.12.2005 7:33 am Titel: |
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| Zitat: |
Originally posted by Alexandra
Hi!
Ich zitier mich mal selbst zum Thema
"Das Hautekzem tritt bei ein- oder beidseitig auf und äußert sich durch eine
charakteristische Veränderung der Haut in der Achselhöhle, an der
Flügelunterseite oder auf dem Rücken (Schulterbreich). Die Haut verdickt
sich, es entstehen bräunliche, nässende Krusten oder blutiger Schorf. Alle
befallenen Hautpartien sind unbefiedert und sie jucken in vielen Fällen sehr
stark, weshalb der betroffene Papagei sich ständig kratzt und beknabbert.
Vögel, bei denen das EMA-Syndrom ausbricht, zeigen anfangs kaum Symptome,
sie werden lediglich relativ plötzlich flugunfähig. Im weiteren Verlauf der
Krankheit kann es zu schweren Blutungen bis hin zum Verbluten kommen, wenn
sich der Vogel zu sehr kratzt, bzw. selber aufbeist.
Der Auslöser der Krankheit ist bisher ist nicht bekannt.
Verantwortlich gemacht werden zur Zeit Immunschwäche (möglicherweise durch
Stress: rangniegrige Tiere oder ungünstige Haltungsbedingungen),
Virusinfektionen (Schnabel-und Feder-Virus: PBFD) oder Allergien.
Bei betroffenen Vögeln wird die Erkrankung meist erheblich kompliziert, da
sich die betroffenen Hautpartien sekundär auch noch mit Bakterien und Pilzen
(Aspergillus spp., E. coli, Klebsiellen, Streptokokken, Staphylokokken)
infizieren.
Behandlung:
Um ein Viruserkrankung auszuschließen sollte eine Feder auf das PBFD-Virus
untersucht werden. Bei Vorliegen dieses Virus ist die eine Behandlung
aussichtslos.
Meist gehen mit dem Ekzem Organschäden an Leber oder Nieren einher. Derlei
Organprobleme müssen bei einer Behandlung berücksichtigt werden (Röntgen und
Blutuntersuchung!).
Ein an EMA erkrankter Vogel sollte dann mit einem Breitspektrumantibiotika
und Pilzmittel (Antimykotika), *nicht* aber mit Kortison behandelt werden.
Unterstützend und um den Juckreiz zu lindern kann versucht werden, durch
Auftragen von Salben (z. B. Acederm Spray) Linderung zu verschaffen. Es ist
absolut notwendig, dem Vogel in der ersten Zeit einen Halskragen anzulegen,
um zu verhindern, daß er sich so weit aufbeisst, daß er daran schließlich
verblutet.
Trotzdem ist in der Regel ist das EMA-Syndrom leider nicht heilbar. Alle
Maßnahmen führen in den meisten Fällen höchstens eine Erleichterung herbei.
Soviel zum Lehrbuch, jetzt zur Praxis :
Wir bekommen in unserer Vogelvermittlung nur allzuoft EMA-Vögel. Geheilt
wurde hier leider noch keiner. Aber die Erkrankung kam schon so manches Mal
wenigstens zum Stillstand, so daß wir die Vögel solange gehalten haben, wie
es ging. Manchen Vögeln geht es im Schwarm in der Voliere besser, für manche
bedeutet das nur noch mehr Stress. Manchmal hat das alleinige Besprühen mit
Acederm geholfen (preiswert!), manchmal machte es das nur noch schlimmer."
@Tine: Wenn Du mich so fragst, sind es wohl fast immer Hähne mit EMA, jedenfalls bei mir. Vertragen halt kein Stress, die Kerle? |
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Originally posted by khiekel
Danke für die vielen Infos! Ich hab mir erlaubt euch alle zu zitieren, wenn ihr etwas dagegen habt sagt mir bitte kurz bescheid.
Bis jetzt hat sich der Anfragende noch nicht wieder gemeldet. |
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